21.03.2018
Bereitschaftsdienst am Land ist mangelhaft

Gabi Schmidt fordert dringend Abhilfe

„Zehn ärztliche Bereitschaftspraxen für ganz Mittelfranken außerhalb Nürnbergs: Ein Unding!“ findet Gabi Schmidt, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler (FW) aus Uehlfeld. „Hier muss dringend etwas passieren. Gerade auf dem flachen Land, vom Westen des Landkreises Fürth über den Kreis Neustadt-Aisch/Bad Windsheim bis nach Rothenburg oder Feuchtwangen müssen kranke Menschen weite Strecken bis in die Praxen zurücklegen. Wenn sie es denn selbst schaffen.“ Ohne Privatauto sind sie auf die Fahrdienst-Bereitschaftsärzte angewiesen. „Bis zu 23 Fahrzeuge“ zählt die Kassenärztevereinigung KVB in ihrer Regionalkarte für Mittelfranken auf, Nürnberg eingeschlossen. „Doch sind für alle Fahrzeuge immer Ärzte und Fahrer da?“ Eine Frage, auf die auch Gabi Schmidt nur ausweichende Antworten bekommen hat. 

Außerdem fordert sie dringend: „Weg mit der Nummer 116117! Wer kennt die denn überhaupt? Wir brauchen stattdessen Integrierte Leitstellen, wo beim Anruf sofort entschieden wird: Brauchen wir hierfür den ärztlichen Bereitschaftsdienst, einen Notarzt oder ist das ein Fall für die Notfallaufnahme im Krankenhaus? Das fordert im Übrigen auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.“

Auch wenn viele auf die KVB schimpfen: Nicht die Ärzte sind daran schuld, sondern die verantwortliche Landespolitik. „Wir Freie Wähler, ja die ganze Opposition im Landtag fordern hier dringend Verbesserungen. Aber seit Jahren bügeln CSU und Staatsregierung unsere Anträge ab. Dann folgen zwar eigene Anträge aus der CSU-Fraktion. Und mehr als heiße Luft wird daraus nicht produziert. Oder haben Sie etwas Konkretes gehört, was aus den 27 Anträgen der CSU vom letzten Oktober herausgekommen ist?“ 

Um junge Ärzte für das Berufsleben am Land zu gewinnen, regt Freie Wählerin Schmidt an: „Denjenigen die Wartezeit zum Studium verkürzen, die sich verpflichten, später als Landarzt zu arbeiten.“ Je mehr Ärztinnen und Ärzte in der Fläche, umso weniger muss jede oder jeder einzelne Bereitschaftsdienst leisten, nennt die Uehlfelder Abgeordnete ein weiteres Argument.

Weil nichts passiert, sorgt sich Gabi Schmidt ganz besonders um „ältere und ärmere Menschen, die sind am meisten betroffen. Vor allem die mit Mobilitätseinschränkungen, ob im Rollstuhl oder ohne eigenes Auto.“ Die FW-Abgeordnete stellt außerdem klar, ihr geht es dabei nicht nur um West-Mittelfranken: „Erst kürzlich berichtete die Passauer Neue Presse über ein Ehepaar aus Rottal. Für die wurde die Suche nach dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst zur Odyssee. Die schlechte Notfallversorgung verstärkt die Landflucht noch mehr. Dabei wollen wir sie doch eigentlich stoppen.“