23.07.2018
Frauenpower gebündelt

Gabi Schmidt, Vize-Chefin der Landesarbeitsgemeinschaft "Freie Wähler - Die Frauen" / Antworten auf Fragen zu Frauen in der Politik

"Freie Wähler - Die Frauen" heißt die neue Landesarbeitsgemeinschaft (AG) aktiver Freie-Wähler (FW) -Politikerinnen, die sich dieser Tage offiziell gegründet hat. Zur Vize-Vorsitzenden wurde Gabi Schmidt gewählt, Landtagsabgeordnete (MdL) aus Uehlfeld.

FW-Frauen-Gruppen sind schon lange in vielen Kommunen aktiv. Der neue Zusammenschluss diene vor allem der Netzwerkbildung: Diese sei nun auf der FW-Landesebene strukturell verankert. Nicht jede FW-Frau, jede Gruppe solle mehr ihr eigenes Süppchen kochen. Stattdessen sollten durch die gute Vernetzung Informationen von der Bundesebene bis in die Kommunen hinein weitergeben werden – und natürlich auch umgekehrt, wie die FW-Frauen-Spitze um Vorsitzende Eva Gottstein aus Eichstätt und ihre Vizin Gabi Schmidt erklärt. Ganz selbstbewusst will die Frauen-AG auch einen Gegenpol zu einem Trend setzen, der in vielen Parteien zu erkennen ist: Immer mehr ältere Männer drängen dort in Spitzenpositionen.

„Gebündelte Frauen-Power bei den Freien Wählern“ nennt Gabi Schmidt die AG. Dazu hat ein sie ein paar Fragen beantwortet. Der regionale Aspekt stand dabei im Vordergrund.

 

F: Warum gerade jetzt diese Gründung?

MdL Gabi Schmidt: Wir Frauen müssen jetzt einfach das Heft in die Hand nehmen. Ich bin zum Beispiel seit 25 Jahren dabei – auch wenn es ziemlich spät ist, es war einfach an der Zeit. Wir müssen einfach zeigen: Menschlichkeit in der Politik ist wichtig, und das können Frauen besser voranbringen als Männer.

F: Wie wollen Sie das erreichen, gerade hier im Mittelfranken, wo Sie ja auch regionale FW-Frauen-Sprecherin sind?

MdL Gabi Schmidt: Vernetzung ist ein ganz wichtiges Thema. FW-Politikerinnen sitzen ja in vielen Gremien, sind in Gemeinderäten, Kreis- und Bezirkstagen dabei, aber auch im EU-Parlament oder sind als Landrätin gewählt. Ich werde deshalb demnächst zum ersten mittelfränkischen Frauentreffen einladen. Da wollen wir ergebnisoffen die Frage stellen: Welche Themen sind uns wichtig? Und das werden sicher nicht nur Frauen- oder Sozialthemen sein: Wir wollen uns viel breiter aufstellen.

F: Warum hat das bisher nicht so gut geklappt mit der Vernetzung?

MdL Gabi Schmidt: Die Freien Wähler sind ja keine durchstrukturierte Partei. Durch die Mischung aus Vereins- und Verbändestruktur ist der Austausch noch nicht optimal. Bisher können wir die vielen Frauen vor Ort und in den Gemeinderäten nicht persönlich ansprechen. Doch wir müssen sie abholen – das können wir nun über die Frauen-AG.

F: Zum Thema „Frauen nach vorne“ könnte ja der Wahlkreis der Landkreise Fürth und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim als gutes Beispiel herhalten, oder nicht?

MdL Gabi Schmidt: Sie meinen, weil hier Frauen als Direktkandidatinnen für Landtags- und Bezirkstagswahl nominiert sind? Da muss ich eher sagen: Hier sind unsere >starken Männer< das gute Beispiel, um nicht das Wort „Hammer“ zu verwenden. Die finden das absolut selbstverständlich. Da gab es überhaupt keine Diskussion um die Geschlechterfrage. Wir sind hier einfach ein gutes Team – weder Frau- noch Mann-Schaft.

F: Im Frühjahr wurde die Landtags-Ausstellung „Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!“ im Landratsamt Zirndorf von einem männlichen Abgeordneten aus Ihrem Wahlkreis eröffnet. Wie fanden Sie das?

MdL Gabi Schmidt: Der Kollege hatte die Ausstellung im Landkreis Fürth beantragt, das durfte er als Präsidiumsmitglied des Parlaments. Aber ich finde, wir hätten die Eröffnung zumindest als Team machen können, ja sogar müssen.