04.05.2017
Gabi Schmidt: Feuerwehren auf dem Land erhalten

Internationaler Tag der Feuerwehrleute

Seit dem Jahr 2010 wurden im Bezirk Mittelfranken rund 30 Feuerwehren aufgelöst beziehungsweise zusammengelegt, davon allein 12 im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Dies geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage von Gabi Schmidt hervor. Anlässlich des Internationalen Tags der Feuerwehrleute wollte die FW-Landtagsabgeordnete, selbst Mitglied im Feuerwehrverein Neustadt/Aisch, außerdem wissen, wie sich die Anzahl der Feuerwehrdienstleistenden in der Region entwickelt und ob das Alter der Feuerwehrmänner bekannt ist. Ergebnis: Waren im Jahr 2010 noch 38.838 Männer und Frauen im Brandschutz aktiv, ging ihre Zahl bis zum Jahr 2015 zurück auf 38.105. Die Zahl der weiblichen Aktiven konnte im selben Zeitraum zwar gesteigert werden von 2.911 auf 3.266. Im Vergleich zur Oberpfalz, wo von 44.499 Feuerwehrleuten immerhin 6.218 Frauen den Dienst verrichten, sieht die Abgeordnete aber noch Potenzial: „Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim liegt der Frauenanteil mit 7 Prozent sogar noch unterhalb des niedrigen Bezirksschnitts. Durch Intensivierung der Jugendarbeit und Verstärkung des Frauenanteils wurde die Quote in der Oberpfalz auf 14 Prozent erhöht, Tendenz steigend. Wir sollten bei unseren Nachbarn mal nachfragen, wie sie das machen“, schlägt Schmidt vor. Schließlich müsse auch die Jugendarbeit angekurbelt werden. Zwar stieg die Anzahl der Jugendgruppen in Mittelfranken seit 2010 von 434 auf heute 557 an, gleichzeitig sank jedoch die Zahl der Anwärter von 4.675 leicht auf 4.476.

Aufgrund der alarmierenden Zahlen ist klar, dass etwas geschehen muss. Schmidt begrüßt daher die Initiative der Staatsregierung für eine Reform des Feuerwehrgesetzes, die voraussichtlich in der kommenden Plenarsitzung des Landtags am 18. Mai verabschiedet wird. Ein Eckpunkt der Novelle ist unter anderem die neue Möglichkeit für Landkreise, Aus- und Fortbildungen für Feuerwehrleute durchzuführen. Daneben wird den Gemeinden ermöglicht, die Pflichtaufgabe des abwehrenden Brandschutzes und des technischen Hilfsdienstes auf einen Zweckverband oder durch Zweckvereinbarung auf eine andere kommunale Körperschaft zu übertragen. Schließlich können zukünftig Kindergruppen eingerichtet werden und die Altersgrenze wird um zwei Jahre auf das vollendete 65. Lebensjahr angehoben. „Hier hätten wir Freie Wähler uns gewünscht, die Altersgrenze an der normalen Rente zu orientieren und auf 67 Jahre zu gehen. Natürlich nur bei gesundheitlicher Eignung. Das wäre konsequenter gewesen und hätte den Wehren noch etwas mehr Luft verschafft“, glaubt Schmidt. Dennoch bewerte sie das neue Gesetz positiv und werde zustimmen. „Die Feuerwehr rettet nicht nur Leben, sie ist in vielen Fällen auch das Rückgrat von Dörfern und Motor des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es ist unsere Pflicht, diese Institution auch auf dem Land zu bewahren.“