18.08.2017
Gabi Schmidt fordert Höchstgrenze von 25 Schülern pro Klasse

In Mittelfranken sind die Schulklassen zu groß. Dies wird durch eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) bestätigt.

In Mittelfranken sind die Schulklassen zu groß. Dies wird durch eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) bestätigt. Den Zahlen der Staatsregierung ist zu entnehmen, dass sich jeder dritte Schüler im hiesigen Regierungsbezirk in einer Klasse mit mehr als 25 Kindern befindet. Bei Realschülern und Gymnasiasten liegt der Anteil sogar zwischen 60 und 70 Prozent. „Das ist ein untragbarer Zustand für Schulen, Lehrer, Eltern und vor allem für die Kinder. Und das schon seit vielen Jahren. Obwohl jedes Jahr die Anstellung von tausenden Lehrern versprochen wird, hat sich an der Anzahl der Großklassen wenig geändert“, beklagt Schmidt und gibt ein Ziel vor: „An allen Schulen sollte eine Schülerobergrenze von 25 Kindern pro Klasse gelten. Dadurch würde der Lernerfolg verbessert und die Familien müssten nicht so viel private Nachhilfe bezahlen.“  

In Zahlen ergab die Anfrage, dass von allen Schülern an Mittelfrankens Realschulen 68,5 Prozent in Klassen mit über 25 Kindern sitzen. Bei Gymnasium ergibt sich mit einem Anteil von 61 Prozent ein ähnliches Bild. Etwas besser sieht es in der Grund- und Mittelschule in Mittelfranken aus. Aber auch hier gibt es übergroße Klassen, bei den Grundschülern sind fast 12 Prozent betroffen, von den Mittelschülern immerhin noch 8,4 Prozent. „Wobei es aber gerade bei diesen Schulen auf eine intensive Beschulung in kleinen Klassen ankommt“, erinnert die Abgeordnete. Im Vergleich zum Schuljahr 2012/2013 sank der Anteil an Realschulen und Gymnasien zwar um jeweils sieben Prozentpunkte, „wir sind aber noch weit weg von akzeptablen Verhältnissen und setzen unsere Zukunftsfähigkeit aufs Spiel. Ein Land, in dem die einzige Ressource aus Bildung und Wissen besteht, muss in diesem Bereich klotzen statt kleckern“, fordert Schmidt.

Der einzige Weg, die Klassengrößen schnell und dauerhaft zu reduzieren und damit die Lernbedingungen für alle Schüler zu verbessern liege darin, mehr Lehrer einzustellen. „Diese Lehrer gibt es, sie werden aber nicht oder oft nur befristet beschäftigt und wandern dann in die Wirtschaft oder in andere Bundesländer ab. Hinzu kommt die baldige deutliche Zunahme der Schülerzahlen. Anstatt perspektivisch zu handeln, reagiert unsere Staatsregierung aber immer nur kurzfristig“, kritisiert Schmidt. Abschließend weist die Abgeordnete Aussagen von Kultusminister Spaenle zurück. Dieser behauptet in der Antwort auf die Anfrage, die jeweilige Schulleitung sei für die Klassenstärken verantwortlich. „Der tatsächliche Spielraum der Schulen ist gering, da die Budgets an Lehrerwochenstunden auf Kante genäht sind. Die Anpassung dieser Budgets liegt allerdings in der alleinigen Kompetenz der Landesregierung.“