16.01.2018
Gabi Schmidt: „Mehr Respekt für das erste Gesicht im Leben eines Menschen!“

„Fraktion vor Ort“ in Neustadt/Aisch: Gabi Schmidt setzt sich für Hebammen ein

Neustadt/Aisch - Vergangenen Freitag lud Gabi Schmidt im Namen der Landtagsfraktion der Freien Wähler gemeinsam mit der örtlichen Vorsitzenden der FWG Kerstin Rauner zum Themenabend „Hebammen gerettet? Geburtshilfe im ländlichen Raum“ ein.

Dieser fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fraktion vor Ort“ statt. Johanna Huber referierte als freiberufliche Hebamme über die Situation innerhalb ihres Berufszweigs und gab mit ihrem Impulsreferat einen vertieften Einblick in die Thematik. Sowohl während des Referats als auch in der anschließenden Diskussion mit den eingeladenen Gästen wurden zahlreiche Probleme thematisiert. Beispielsweise kreidete Huber die hohen Nebenkosten an, denn freiberufliche Hebammen müssten nicht nur den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungen zahlen sondern auch u.a. eine Berufshaftpflicht – obwohl im Schadensfall die Hebamme sogar mit ihrem Privatvermögen bis zu 30 Jahre danach haften muss. Durch die hohen Nebenkosten lohne es sich z.B. oft nicht mehr, den Hebammenberuf in Teilzeit auszuüben.

Ein weiteres Problem sehen Huber und ihre Kollegen auch in der vermehrten Schließung von Geburtshilfestationen sowie in der häufig schlechten Kommunikation und Ungleichbehandlung zwischen Ärzten und Hebammen. Ebenso sei die Personalsituation in manchen Gegenden fast schon katastrophal – und wenn die Politik nichts dagegen unternehme, würde sich der Nachwuchsmangel weiter negativ auf die Verfügbarkeit von Hebammen auswirken.

„Hebammen müssen endlich nach einem festen Stundensatz entlohnt werden“, fordert deshalb die Freie Wähler Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt. „Und das in Verbindung mit einem gleichen Versicherungsschutz für alle Hebammen sowie einer Zusammenarbeit von Ärzten und Hebammen auf Augenhöhe.“

Was sowohl die Hebammen als auch Schmidt kritisieren ist das zunehmend negative Gesellschaftsbild von Schwangerschaft, welche immer öfter als „Krankheit“ angesehen würde.  Außerdem müsse man auch die Ungleichbehandlung zwischen Geburten von privat- bzw. gesetzlich versicherten Frauen beenden – da Hebammen bei Privatversicherten bisher keinerlei Versicherungszuschlag bekommen.

 „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Hebammenversorgung“, so lautet Gabi Schmidts Fazit für den erkenntnisreichen Abend. „Es gibt noch Einiges zu tun.“ Denn: „Wir müssen dem ersten Gesicht im Leben eines Menschen viel mehr Respekt entgegenbringen!“

Im Anhang finden Sie von der Staatsregierung abgelehnte Anträge der Abgeordneten zum Thema Hebammen.