18.10.2019
Gabi Schmidt und ACE zählen „Elterntaxis“ in Neustadt

Aktion soll für Gefahren des "Elterntaxis" sensibilisieren

Neustadt an der Aisch. Viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten sowie riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen. Hinzu kommt, dass durch das Bringen per Auto die zu erlernende Verkehrskompetenz und gesunde Bewegung für die Kinder auf der Strecke bleiben. Deshalb hat sich die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler Gabi Schmidt als lokale Schirmherrin an einer Aktion des Auto Club Europa beteiligt. In seiner 15. bundesweiten Clubinitiative zur Verkehrssicherheit, „Goodbye Elterntaxi“, nimmt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, den täglichen Hol- und Bringverkehr vor Schulen ins Visier. Gabi Schmidt und der ACE-Regionalbeauftragte Matthias Penkala zählten die Anzahl der Elterntaxis an der Comenius-Grundschule in Neustadt an der Aisch und verteilten Warnwesten und Traubenzucker an die „Zu-Fuß-Geher“.

Von den am Morgen erwarteten 186 Schülern der Grundschule wurden 20 mit dem Auto gebracht. „Das entspricht einer Elterntaxi-Quote von nur knapp 11 Prozent“, so Penkala. Studien haben ergeben, dass ca. jedes vierte Kind mit dem Auto zur Schule gebracht wird - damit liegt die Comenius-Grundschule in Neustadt erfreulicherweise deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. Gabi Schmidt stellte fest, dass es dabei jedoch zu teils gefährlichen Situationen kam: „Vor allem kurz vor Schulbeginn ist der obere Parkplatz überlastet, da Busse und Eltern zusätzlich Schüler zum Friedrich-Alexander-Gymnasium bringen. Teilweise rangierten gleichzeitig zehn Fahrzeuge. Beim morgendlichen Stress kommt es dabei zu gefährlichen Situationen, in denen gerade ein kleines Kind übersehen werden kann.“

Der ACE rät kurze Schulwege zu Fuß, per Fahrrad oder Roller zurückzulegen – zu Beginn in Begleitung der Eltern, später selbständig. Der vermeintlich sichere Pkw ist hingegen für Insassen als auch andere Verkehrsteilnehmer ein unterschätztes Risiko: Nicht unwesentlich ist die Gefahr, als Mitfahrer im Auto oder beim Ein- und Aussteigen zwischen hohen Autotüren zu verunglücken. Ziel der ACE-Verkehrssicherheitsaktion ist es, Eltern, die beispielsweise im Halteverbot, in der zweiten Reihe, auf dem Radweg oder Zebrastreifen parken, auf die durch sie verursachte Unfallgefahr aufmerksam zu machen und sie zum Nach- und Umdenken zu bewegen. „Voraussetzung dafür, dass Kinder ihren Schulweg sicher und eigenständig zurücklegen können, ist auch eine gute Verkehrsinfrastruktur. Der ACE fordert ein starkes politisches Engagement, damit Fuß- und Radwege sicher gestaltet und ausgebaut werden – beispielsweise mit Hilfe von zusätzlichen Querungshilfen, wie Zebrastreifen oder Ampelanlagen“, so Matthias Penkala. Nur so ließen sich Eltern zum Umstieg ihrer Kinder überzeugen – vom passiven Mitfahrerkind im Elterntaxis zum aktiven Verkehrsteilnehmer.

„Als Mutter ich habe natürlich Verständnis dafür, dass es manchmal nicht anders geht als mit dem Elterntaxi“, stellt Gabi Schmidt klar.  Wenn es manchmal das Elterntaxi sein muss, rät sie, die Kinder zumindest 300-400 Meter im Umfeld der Schule aussteigen zu lassen, damit diese die letzten Meter zu Fuß gehen und das Verhalten im Straßenverkehr erlernen können. „Außerdem schadet Frischluft und der Kontakt zu den Klassenkameraden vor Unterrichtsbeginn auch nicht“, stellt sie abschließend fest.