24.09.2018
„Reine Straßenbauregierung!“

Wasserstraßen und Schienenwege werden stiefmütterlich behandelt / Stattdessen verstopfen Lkw immer mehr die Straßen

"Statt Wasserwege und Bahnstrecken auszubauen, steckt die CSU jede Menge Geld in mehr Straßen." Das ist für Gabi Schmidt, Landtagsabgeordnete (MdL) der Freien Wähler (FW) aus Uehlfeld "eine völlig verfehlte Güterverkehrspolitik der Staatsregierung! Denn trotz der Straßen-Milliarden verstopft der Lkw-Verkehr die Fernstraßen."

"Dabei wurde doch der Main-Donau-Kanal (MDK) eigentlich gebaut, um gerade in Bayern schwere Güter, bei denen es nicht auf die Stunde ankommt, von der Straße zu nehmen", ärgert sich die FW-Abgeordnete. "Aber gerade dieser Main-Donau-Kanal wird als echter Franz-Josef-Gedächtnistümpel stiefmütterlich behandelt. Das belegen gerade die Zahlen des statistischen Bundesamts."

Zwischen 2014 und 2016 sank der Güterumschlag im Donaugebiet - da gehört auch der MDK dazu - von 4.987.000 Tonnen (t) auf gerade noch 3.705.000 t - ein Rückgang von fast 26 Prozent. Nach den letzten aktuellen Monatszahlen sinken die Schiffs-Transport- und -Umschlagmengen sogar noch weiter. Und während die vom hiesigen Landesamt für Statistik "Güterverkehrsleistung" genannten Transporte in Bayern seit 2009 insgesamt kontinuierlich stiegen - von gut 54.000 Mio. Tonnenkilometer pro Jahr (tkm/a) auf fast 60.000 tkm/a, fiel in derselben Zeit der Anteil von Schiffs- und Bahntransporten zusammen von 19 auf etwa 17 Prozent. Er spielt also "eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Straßenverkehr", so formuliert es das Landesamt für Umwelt (LfU) auf eine Schriftliche Anfrage der Uehlfelder FW-Abgeordneten bekannte die Staatsregierung sogar noch einen erschreckenderen Abwärtsstrudel: "Um sage und schreibe 44 Prozent brach der Massengütertransport am Kanal seit 2000 ein", ganz genau bis 2017 von 8.628.188 auf 4.848.677 t.

"Kein Wunder, dass nichts vorangeht. Bei dem mickrigen Verhältnis bayerischer Landesmittel für Schiene und Wasserstraßen auf der einen, für Straßen auf der anderen Seite", resümiert Gabi Schmidt und stellt erheblichen Nachholbedarf fest. "Denn eigentlich müsste jedem klar sein, dass der Gütertransport auf Wasser- und Schienenwegen alleine aus Umweltschutzgründen wesentlich besser ist. Dazu kommen die zigtausend Kilometer Stau jährlich, die immer mehr Lkw auf Autobahnen und Bundesstraßen verursachen."