21.02.2018
Schmidt fordert mehr politische Unterstützung für bayerische Fischzüchter

Naturschutz darf nicht an der Wasseroberkante aufhören!

Die Teichwirtschaft spielt in vielen Teilen Bayerns eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Sie hat eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und ist ein wichtiges Aushängeschild für den Tourismus. Doch Klimawandel, Karpfenschädlinge, Kormoran und Reiher stellen die Teichwirtschaft vor große Herausforderungen. Um Lösungen zu erörtern, lud die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion zu einer Fachtagung ins mittelfränkische Feuchtwangen ein. Gabi Schmidt, Abgeordnete aus Uehlfeld und selbst Teichwirtin, diskutierte mit Experten die Probleme, mit denen die Teichwirte aktuell zu kämpfen haben.

Vor allem die Biberschäden bereiten den Teichwirten immer noch Probleme. Kritisiert wurden die komplizierten und aufwändigen Verfahren für die Schadensregulierung, welche viele davon abhalten überhaupt Entschädigungsanträge aus dem bayrischen Biberfonds zu stellen. „Dies ist auch der Grund, warum die Mittel kaum abgerufen werden, die Teichwirte helfen sich in solchen Fällen eher selber“, weiß Gabi Schmidt.

Sorgen bereitet den Teichfischern auch die Verbreitung des Fischotters, welcher ganze Teichbestände dezimieren kann. MdL Johann Häusler betonte, dass es wichtig sei, bayernweit ein Monitoringprogramm aufzulegen, um den derzeitige Verbreitungsgebiet zu lokalisieren, nur so kann man wirksam die Bestände kontrollieren und die weitere Verbreitung nach Süden in Richtung Schwaben verhindern.

Probleme bereitet auch das Schwarzfischen. „Die Hemschwelle ist gering, da Verurteilungen wegen Fischwilderei selten erfolgen und  Strafanzeigen oft eingestellt werden“, so Gabi Schmidt. Sie forderte hier vor allem die Angler auf, mehr auf fremde Fischer an den Gewässern zu achten.

MdEP Ulrike Müller betonte die Wichtigkeit, die Artenvielfalt zu erhalten. Dazu braucht es ein Bestandsmanagement, um Überpopulationen von Schädlingen zu verhindern. Außerdem kritisierte sie, dass der Europäischer Meeres- und Fischereifonds (EMFF) die Teichwirte, welche im Gegensatz zu vielen Aquakulturen stets nachhaltig sind, kaum berücksichtigt.

Dr. Bernhard Feneis, Präsident des Verbands der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur, sprach über die aktuellen Entwicklungen in der Teichwirtschaft. Für die Zukunft der Fischerei wünschte er sich vor allem mehr Berührungspunkte der Bevölkerung mit der Teichwirtschaft. Willi Ruff, Vizepräsident für die Angelfischerei des Landesfischereiverbands Bayern, referierte über die Situation der Angelfischer in Bayern. Er betonte die Wichtigkeit der Vernetzung von Angelfischern und Teichwirten: „Dies würde dazu beitragen, unsere Interessen auf allen Ebenen noch stärker artikulieren zu können“, so Ruff abschließend.