09.06.2017
Schmidt für Anpassung des Schutzstatus

Erneut Anstieg der Biberschäden in der Region

„Wir brauchen endlich einfachere und unbürokratischere Regelungen, um die Entnahme von Bibern schneller zu genehmigen“, fordert FW-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt. Angesichts weiter steigender Populationszahlen müsse das Tier aus der Roten Liste Deutschlands gestrichen werden. Ebenso sollte sein europäischer Schutzstatus überdacht werden.  

Allein im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim liege die Zahl der Schadensfälle wieder bei 36 und damit auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 wurde lediglich ein Biberschaden im Landkreis gemeldet, 2012 waren es sieben. Die Schadenssumme stieg heuer im Vergleich zu 2015 sogar nochmal leicht an, nämlich von 30.840 Euro auf 38.580 Euro. Besonders betroffen waren die Teichwirte, denen durch die Nager ein anerkannter Schaden in Höhe von 22.861 Euro entstand. Aber auch Forstwirte hatten einen Rekordschaden von 11.763 Euro gemeldet, „und dabei ist die Dunkelziffer viel höher. Viele Betroffene meiden die Bürokratie des bayerischen Entschädigungsverfahrens und nehmen lieber den Wertverlust in Kauf. Dabei sollten alle Betroffenen unbedingt jeden Schaden melden“, meint Schmidt. Der Biberfonds, ein mit 450.000 Euro ausgestatteter staatlicher Programmtitel zum Ausgleich von Biberschäden, reichte aufgrund der Vielzahl gemeldeter Schäden im vergangenen Jahr nicht aus. Beglichen wurde lediglich 74 Prozent der Schadenssumme.

„Der Freistaat wollte die Wiederansiedlung des Bibers, dann soll er aber auch bitte für entstehende Schäden aufkommen – und zwar vollumfänglich“, meint die Landtagsabgeordnete. Sie kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Mittel aus dem Biberfonds nur auf Schäden in Land-, Forst-, und Teichwirtschaft beschränkt sind. Kommunen blieben auf ihren Kosten sitzen, beispielsweise wenn ein Biber Kläranlagen verstopft. „Neben einer angemessenen Ausgleichszahlung werden wir aber auch um eine bessere Regulierung nicht herumkommen“, ist Schmidt sicher. Für die Art stelle eine verstärkte Entnahme dabei kein Problem dar, schließlich gibt es nach Schätzung des Bayerischen Umweltministeriums aktuell 20.000 Exemplare in über 5.500 Revieren im Freistaat.