01.10.2019
Schmidt: Geschichte des 1. Oktober mehr würdigen

MdL Schmidt fordert mehr Anerkennung für den gesichtsträchtigen 1. Oktober

Uehlfeld. „Der 1. Oktober 1989 ist eines der wichtigsten Daten der jüngeren deutschen Geschichte. Die Vorgänge zeigen, dass sich ein Volk nie von seiner Regierung einsperren lässt.“, findet die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Gabi Schmidt. In den Morgenstunden dieses Tages kamen sechs Sonderzüge mit DDR-Flüchtlingen in der oberfränkischen Stadt Hof an. Diese hatten im August 1989 Zuflucht in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag gesucht, bis ihre Ausreise in die BRD am 30. September genehmigt wurde. Durch die Massen von Menschen, die im Lauf des Sommers auf dem Botschaftsgelände Zuflucht suchten, ergaben sich prekäre Zustände, die diese Flüchtenden jedoch nicht von ihrem Traum abbrachten, die DDR endgültig zu verlassen.

„Diese Menschen haben maßgeblich dazu beigetragen die Wende herbeizuführen. Und das alles mit friedlichen Mittel und ohne Gewalt“, so Schmidt weiter. „Betrachtet man sich, welche Strapazen die Flüchtlinge auf sich genommen haben, um in die BRD zu kommen, dann ist das wirklich beeindruckend.“ Dass der 1. Oktober im Vergleich zu den anderen Tagen, die mit der Wende 1989 und 1990 assoziiert werden, oft vergessen wird, findet Gabi Schmidt schade. „Diese Menschen haben für ihre Freiheit gekämpft, aber leider wird dem zentralen Tag dieses Kampfes nur selten gedacht.“ Umso glücklicher ist die Abgeordnete darüber, dass der Bayerische Landtag die Ereignisse am 1. Oktober 2019 mit der Festveranstaltung „30 Jahre Grenzöffnung“ würdigt, bei der Zeitzeugen diese geschichtsträchtigen Vorgänge Revue passieren lassen.

Auch die Welle von Sympathie, die den DDR-Flüchtlingen damals entgegengebracht wurde, war beeindruckend. Besonders deshalb findet die Uehlfelder Abgeordnete es traurig, dass diese Sympathie und dieses Verständnis für Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen aus ihrem Heimatland fliehen, heute oft fehlen. „Flüchtlinge werden heute oft als Leute herabgewürdigt, die nur aus wirtschaftlichen Interessen in unser Land kommen, um von unserem Reichtum zu profitieren. Bei diesen Unterstellungen wird aber vergessen, dass diese Menschen fast alles was sie besessen haben zurücklassen mussten. Fast immer, um ihr eigenes Leben zu retten.“ Schmidt weiter: „Deshalb sollten wir allen Geflüchteten die gleiche Solidarität entgegenbringen, egal ob sie aus der DDR, dem Kosovo, Syrien, Eritrea oder Afghanistan kommen.“