30.10.2019
Schmidt: "Kormoranproblem wird endlich ernst genommen"

Bayerische Kormoranbeauftragte erhalten unbefristete Arbeitsverträge

Uehlfeld. „Das ist ein Zeichen!“, freut sich Gabi Schmidt, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler. „Endlich werden die Sorgen der Fischerei- und Anglerverbände ernst genommen.“ Die Nachricht, die für diese Freude sorgt, ist die, dass die beiden bayerischen Kormoranbeauftragen nun unbefristete Arbeitsverträge erhalten haben. So hatte sich Schmidt seit Jahren dafür eingesetzt, dass die Befristung der Stellen aufgehoben wird und sie unbefristet angestellt werden. „Hier geht es darum zu zeigen, dass die Beziehung zwischen Kormoran und Mensch problematisch ist und welchen Stellenwert die beiden Beauftragten haben.“

„Besonders durch die mediale Prominenz, die das Thema „Wölfe in Deutschland“ erreicht hat, wurde man außerhalb der Fischereiregionen schon häufig etwas belächelt, wenn man vom Kormoranproblem erzählt hat. Da hieß es dann oft ‚Stellt euch doch nicht so an, es sind nur ein paar Vögel.‘ Aber in den Gegenden, in denen Fischwirtschaft weit verbreitet ist, lacht keiner. Ein Schwarm Kormorane, der sich auf einem Teich niederlässt, kann massive wirtschaftliche Schäden anrichten.“ so Schmidt weiter. Es geht hier aber nicht nur um finanzielle Aspekte, erklärt Schmidt: „Im Aischgrund, einem der größten zusammenhängenden Teichwirtschaftsgebiete Deutschlands, bedroht die Bevölkerungsentwicklung der Kormorane die über Jahrhunderte gewachsene Kultur rund um die Fischzucht.“ Denn die Kormorane, die in Bayern heimisch sind, sind nicht das wirkliche Problem – sondern die Masse von Kormoranen, die aus nördlicheren Regionen durch Bayern ziehen und sich auf Zwischenstopps an den Gewässern der Teichwirte bedienen. „Um dies zu verhindern, arbeiten die beiden Kormoranbeauftragten eng mit den Teichwirten zusammen und informieren sie über mögliche Maßnahmen. Außerdem testen sie welches Vorgehen geeignet ist, um die Kormorane zu vertreiben und die Abschusszahlen möglichst gering zu halten.“

Denn in Zeiten, in denen der Schutz von Umwelt und Natur immer wichtiger wird und die komplexen Zusammenhänge im Ökosysteme den Leuten bewusster werden, müsse man besonnen auf die „Kormoranplage“ reagieren, auch wenn es schwerfällt, so die Abgeordnete aus Uehlfeld weiter. „Die Vögel wahllos zu erschießen ist keine Lösung. Stattdessen ist es wichtig das gezielte Entnehmen von Kormoranen mit Präventionsmaßnahmen zu kombinieren, um so eine Balance zwischen der Natur und den Bedürfnissen der Teichwirte zu erreichen.“ Gabi Schmidt zieht als Fazit, dass die Maßnahme der Ministerien Umwelt und Landwirtschaft zeigt, dass die Entscheidungsträger das Problem ernst nehmen und sich hinter die Fischwirtschaft in Bayern stellen, ohne dabei den Naturschutz zu vernachlässigen.