Ein Tag im Landtag

Hier möchte ich Ihnen mit einigen Videos und Bildern einen Beispieltag vorstellen, den ich im Landtag verbracht habe. Der betreffende Mittwoch, 21. Juli 2021, war Teil eines dreitägigen Sitzungsmarathons vor der parlamentarischen Sommerpause.

Angesetzt war an diesem Tag eine Plenardebatte von 9 Uhr bis 22 Uhr - eine durchaus normale Länge eines Plenartages. In Sitzungswochen treffen sich die Abgeordneten aus ganz Bayern meist zu einer ganztägigen Plenarsitzung pro Woche, in Sonderfällen - wie etwa vor der parlamentarischen Sommerpause - sind im Maximilianeum auch mehrere Plenartage am Stück angesetzt. Vor den Plenartagen treffen sich jeweils die einzelnen Fraktionen, um die verschiedenen Themen der Tagesordnung nochmals abzusprechen.  

An diesem Plenartag 21. Juli wurde ich gleich mehrere Male ans Rednerpult gerufen. Mein erster Redebeitrag beschäftigte sich mit einem Dringlichkeitsantrag, den die AfD zum Thema Quotenfrauen gestellt hatte. Die AfD sieht in "Quotenfrauen" eine Diskriminierung bei der Besetzung von Unternehmensvorständen. Für mich ist diese Sichtweise ein Unding: Schließlich haben diese Frauen, die sich um die entsprechenden Stellen bewerben, ja die gleichen Bildungsabschlüsse vorzuweisen wie die männlichen Kollegen - oft sogar mit besseren Ergebnissen. Nur haben Frauen, das beweist uns die Vergangenheit, eben immer noch mit der so genannten gläsernen Decke zu kämpfen. Ein Quotensystem könnte hier, auch wenn die AfD das nicht einsehen will, helfen.

Mein zweiter Redebeitrag an diesem Tag hatte ebenfalls einen AfD-Antrag zum Thema: Die Fraktion hatte - ähnlich wie zuvor ihre Parteikollegen in Brandenburg - unter dem Titel "Willkommenskultur für Kinder" die Einführung einer Baby-Box für Neugeborene gefordert. Darin enthalten sein sollten unter anderem Strampler, Spucktücher, ein Schlafsack oder auch ein Kuscheltier in Form eines bayerischen Löwen. Doch die AfD wäre nicht die AfD, wenn es an diesem Antrag nicht einen Haken gäbe: Denn bekommen sollten die fraglichen Boxen nur Kinder von Müttern oder Vätern, die zum Zeitpunkt der Geburt des Babys bereits mindestens sieben Jahren ihren Hauptwohnsitz in Bayern hatten. Eine Diskriminierung schon von Neugeborenen, die ich unfassbar finde! Rassismus schon bei der Geburt...

Wichtig sind die Plenartage übrigens nicht nur wegen der Tagesordnung an sich, die dabei behandelt wird, sondern auch wegen der Gespräche am Rande des Plenums. Wir Abgeordneten nutzen die Gelegenheit, dass für diese Sitzungen die Fraktionskollegen aus ganz Bayern zusammenkommen, um uns intensiv über anstehende politische Themen auszutauschen. Denn im persönlichen Gespräche lassen sich viele Dinge doch einfacher lösen als übers Telefon oder per Mail.