15.09.2020
Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg

Jetzt ist der Bund gefordert!

In Brandenburg liegt der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vor. Nachdem die ASP bereits seit Monaten in Osteuropa und Asien wütet, war der Übertritt nach Deutschland nur eine Frage der Zeit. Umso bedauerlicher ist es, dass Brandenburg mit dem Problem derzeit allein dasteht, weil sich die Bundeslandwirtschaftsministerin mit Verweis auf die Länderzuständigkeit aus der Affäre zieht.

 

Gabi Schmidt fordert wildschweinsichere Abfallbehälter

Die Freien Wähler haben diese Entwicklung schon lange vorhergesehen: Gabi Schmidt, Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, begann schon vor Jahren mit einer Initiative gegen die Gefahr der afrikanischen Schweinepest. Nachdem Frau Schmidt darauf aufmerksam gemacht hat, dass weggeworfene Schweinefleischprodukte von Wildschweinen verzehrt werden können, die sich daraufhin mit der Krankheit infizieren, wurde das Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) gebeten, dass auf Tank- und Rastanlagen sowie Parkplätzen aller in Bayern verlaufenden Bundesautobahnen ASP-Warnschilder und geeignete wildschweinsichere Abfallbehälter aufgestellt werden. Auch der zunehmende Abbau der vorhandenen Mülleimer ist ein Problem, weil die Besucher immer häufiger gezwungen sind, ihre Essensreste in der Umgebung zu entsorgen. Das soll verhindern, dass die Tiere sich aufgrund des zusätzlichen Nahrungsangebots entlang der Autobahnen ausbreiten. Besonders im Kreis Neustadt, genauer rund um Uffenheim, halten Landwirte eine große Population an Schweinen, die durch die Ausbreitung der ASP besonders gefährdet sind. Ein Ausbruch von ASP in diesem Bereich hätte dramatische Folgen.

 

Umweltministerium erarbeitet Rahmenplan

Auch das Umweltministerium unter Führung von Thorsten Glauber hat bereits vor Monaten einen 130-seitigen Rahmenplan zum Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest erarbeitet und der Zaun an der Grenze zu Thüringen und Tschechien wird in den kommenden Tagen fertiggestellt, um Übertritte durch Wildschweine nach Bayern zu verhindern. Zudem erhalten Jäger in grenznahen Gebieten mittels einer Abschussprämie eine finanzielle Unterstützung für die Bejagung der Wildschweine. Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit der Bundeswehr, die mittels Drohnen Wildschweinbewegungen in den Grenzgebieten rekonstruieren kann. Doch damit die Afrikanische Schweinepest nicht zu einem deutschlandweiten Problem wird, ist jetzt der Bund gefordert. Die Freien Wähler fordern ein nationales Hygienekonzept, eine Aufklärungskampagne, bauliche Maßnahmen auf den Autobahnraststätten und eine angemessene finanzielle Ausstattung für den Krisenfall. „Die Corona-Pandemie hat allen gezeigt, bundeseinheitlichen Regeln nötig sind, um wirkungsvolle Maßnahmen zu erzielen“, so die Abgeordnete Schmidt.