24.04.2020
Freie Wähler planen Förderung der Forstwirtschaft

Neue Anträge helfen Forstbesitzern und Händlern

Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt und die Landtagsfraktion der Freien Wähler wollen der Holzwirtschaft mit einem üppigen Maßnahmenpaket wieder auf die Beine helfen

Waldbesitzer mussten in jüngster Zeit sehr viel einstecken: Borkenkäfer, Stürme und Trockenheit mit hoher Brandgefahr belasteten die Eigentümer. Das alles führte dazu, dass viel Holz geschlagen werden musste und der Markt nun „überschwemmt“ ist. Jetzt sind die Preise im Keller und die Produzenten sowie Händler in der Bredouille. Darum hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Gabi Schmidt, zusammen mit der Landtagsfraktion ihrer Partei eine Reihe von Anträgen in den Landtag eingebracht, um der angeschlagenen Forstwirtschaft wieder auf die Beine zu helfen.

„Das geht am besten mit Zuschüssen für Nahwärme- und Kleinfeuerungsanlagen (z. B. Kachelöfen), die mit Holz betrieben werden“, so Gabi Schmidt. Weil Holz auch beim verrotten im Wald CO2 freisetzt, ist es in jedem Fall nötig, es energetisch zu nutzen. Das geht allerdings nur, wenn Kauf und Betrieb von Nahwärme- und Kleinfeuerungsanlagen wieder attraktiv wird. Daher setzen die Freien Wähler sich dafür ein, dass das Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auch für Kleinfeuerungsanlagen gilt. Dieses Programm finanziert bis zu 45 % der förderfähigen Kosten bei einer Anlage, die mit Biomasse betrieben wird. Mit einer größeren Verbreitung solcher Anlagen im Freistaat wäre es möglich, „Das enorme Überangebot auf dem Markt schrittweise abzubauen und die Preise wieder zu stabilisieren“, erklärt die Abgeordnete.

 

Nahwärme-Netze auf der Grundlage von Holz

Neuartige Nahwärmenetze können eine Vielzahl von alten ineffizienten Einzelfeuerstätten ersetzen und gleichzeitig mit kommunalem Landschaftspflegematerial betrieben werden. Der Schlüssel ist es, nahe gelegene Gebäude mit einem hohen Energiebedarf miteinander zu vernetzen. Das ist nicht nur effizient, sondern, setzt man dabei auf heimisches Holz als Energieträger, auch noch nachhaltig. Besonders beim Neubau sollten Nahwärmeanlagen deshalb berücksichtigt werden. Als Ausgangsmaterial sind Waldrund- bzw. Waldresthölzer besonders geeignet. In jedem Fall aber darf das Brennholz einen Wassergehalt von 20 % nicht überschreiten, da die Anlage sonst ineffizient arbeitet und hohe Feinstaubwerte produziert.

 

Holzfasern als umweltfreundlicher Kunststoff-Ersatz

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der Freien Wähler ist die Entwicklung der Holzfaser-Technologie. Mit Holzfasern können biologisch abbaubare Verpackungen produziert und der Anteil von schädlichem Plastikmüll reduziert werden. Aber nicht nur Verpackungen aus Holz sind möglich: Auch bei der Textilherstellung und in weiteren Branchen könnten Holzfasern als biologisch sinnvolle Alternative verwendet werden. „Gleichzeitig würde dann die Nachfrage nach heimischen Holz wieder steigen“, betont Gabi Schmidt. Nun liegt der Ball im Feld der CDU und es ist von entscheidender Bedeutung, wie die Maßnahmen beim Koalitionspartner der Freien Wähler aufgenommen werden.