22.07.2021
Gabi Schmidt: "Ist ein Gebot der Solidarität, dass wir die Menschen beim raschen Wiederaufbau unterstützen“

Die Uehlfelder Landtagsabgeordnete kritisiert die "Vorkommentierung" durch das Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hinsichtlich der Soforthilfebeträge.

Uehlfeld. In den stark betroffenen Hochwassergebieten laufen noch immer die Aufräumarbeiten, die Staatsregierung stellt derweil die Weichen, dass für die Menschen zumindest der finanzielle Schaden gelindert wird: Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt aus Uehlfeld (Freie Wähler) hat sich deshalb für einen Dringlichkeitsantrag stark gemacht, der am Donnerstag im Plenum behandelt und auch angenommen wurde.

„Es ist ein Gebot der Solidarität, dass wir die Menschen beim raschen Wiederaufbau unterstützen“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, die auch Mitglied des Haushaltsausschusses ist. Wichtig sei jetzt, dass die Hilfe schnell bei den Menschen ankomme. Genau das, die zügige Bereitstellung des Hilfsprogrammes und Hilfe beim Wiederaufbau, forderte der Dringlichkeitsantrag, zu dem Schmidt auch im Plenum sprach.

"Von einem Moment auf den anderen sein Zuhause zu verlieren oder es stark beschädigt vorzufinden, ist ein existenzieller und hochemotionaler Verlust“, erklärt Schmidt, deren Heimatort vor wenigen Tagen ebenfalls von Überflutungen betroffen war. „Deshalb lautet das Gebot der Stunde, überall dort Hilfe zu leisten, wo diese akut gebraucht wird.“ Ziel sei, die dringendste Not der Betroffenen zu lindern, noch bevor die Aufbauhilfen des Bundes ausgezahlt werden.

Die Abgeordnete ging in ihrer Rede im Plenum auch darauf ein, dass allen Betroffenen geholfen werden solle. Kritik übt sie in diesem Zusammenhang daran, dass der Landkreis Neustadt/Aisch – Bad Windsheim auf seiner Homepage eine Kommentierung vornimmt und ausführt, dass im Landkreis der Abschluss einer Elementarversicherung möglich sei und deshalb lediglich reduzierte Soforthilfebeträge bewilligt werden könnten. „Dies ist nicht Sache des Landratsamtes und außerdem falsch“, so Schmidt. Zum einen gebe es keine Gebietskulisse, wo für einen kompletten Landkreis dargestellt sei, dass alle Gebäude versicherbar seien oder eben nicht. Zum anderen gebe es auch Härtefälle, die als solche geprüft werden müssten, oder Gebäude, die nur gegen einen utopischen Betrag zu versichern seien. „Das Landratsamt darf deshalb nicht vorab eine Kommentierung vornehmen, andere Landkreise machen das schließlich auch nicht.“ Sie ruft deshalb alle Geschädigten dazu auf, Soforthilfe zu beantragen.

Schmidt dankte in diesem Zusammenhang allen Einsatzkräften und Helfern für ihre unmittelbare Unterstützung vor Ort. „In solch dramatischen Situationen gehen Helfer weit über ihre eigenen Kräfte hinaus und riskieren im Dienst an ihren Mitmenschen sogar ihr eigenes Leben. Das verdient höchsten Respekt und Dankbarkeit“, so Schmidt.

Die Abgeordnete hatte sich bereits früh um Hilfen für die Hochwasseropfer bemüht und sich unmittelbar, nachdem das Schadensausmaß klar war, unter anderem mit einer Unterstützungsbitte an Ministerpräsident Markus Söder gewandt.