11.05.2020
Situation der Pflegeeinrichtungen im Landkreis Neustadt/Bad Windsheim

Gabi Schmidt fragt nach

Mehr als 30 Pflegeheime und ambulante Pflegedienste im Landkreis Neustadt a. d. Aisch/ Bad Windsheim hat Gabi Schmidt mit einem Schreiben dazu gebetent, ihre aktuelle Situation zu schildern. Herausgekommen ist eine Sammlung voller unterschiedlicher Probleme und Umstände.

 

„Mal sind es fehlende Schutzmasken oder Schutzkleidung, in anderen Einrichtungen ist es die Finanzierung der Ausrüstung oder die Beteiligung am Pflegebonus. Auf Nachfrage hin haben mir viele Pflegeeinrichtungen von Ihren Problemen berichtet“, sagt Gabi Schmidt. Dabei ist die Gesamtsituation der Pflegeheime im Landkreis durchschnittlich noch gut. Trotz aktuellen strengen Hygienebestimmungen und der Materialknappheit der letzten Wochen geben die meisten Einrichtungen an, mit der aktuellen Situation zurecht zukommen. Allerdings ist das eine trügerische Sicherheit: „Bei einem Ausbruch wären die Vorräte schnell verbraucht“, und „Die Zuweisung von Material ist eine gute Hilfe, reicht aber nicht annähernd aus, um den Bedarf zu decken“ sind nur zwei von vielen ähnlichen Stimmen aus den Pflegeeinrichtungen im Landkreis. Aber es gibt auch Lob: „Weil die Corona-Tests im Landkreis NEA (gerade für Krankenhausrückkehrer) zeitnah ausgeführt und ausgewertet werden, sind wir froh. […] in anderen Landkreises müssen immer wieder lange Wartezeiten für die Ergebnisse des Tests hingenommen werden.“, berichtet eine Einrichtungs-Leiterin.

 

Eine Frage der Finanzierung

 „Weil die Zuweisung des Landratamtes nicht ausreicht, müssen Pflegedienste und -einrichtungen auf eigenen Kosten Schutzkleidung und Masken einkaufen“., ergänzt Gabi Schmidt. Das die Preise für beides stark angezogen haben und die Verfügbarkeit gleichzeitig schlecht ist, versteht sich bei der aktuellen Lage fast von selbst. Die Ausgaben sind über den Pflegesatz nicht refinanzierbar und daher eine hohe Belastung für quasi alle Pflege-Institutionen im Landkreis.

 

Die Lehren aus der Krise ziehen

 „Die finanziellen Belastungen auf der einen und die teilweise problematische Materialversorgung auf der anderen Seite sind eine Zerreißprobe für viele Pflegeeinrichtungen in unserem Landkreis“, kommentiert Gabi Schmidt das Ergebnis der Befragung. Für die Zukunft gilt es, die Lehren aus der Corona-Krise zu ziehen. Da es keine Blaupause für eine Pandemie dieses Ausmaßes gab, sind Vorwürfe fehl am Platz. Trotzdem hat Gabi Schmidt zwei Verbesserungsvorschläge parat: „Ich wünsche mir, dass die Verteilung von Schutzausrüstung in Zukunft schneller vonstattengeht und die Versorgung von Menschen mit hohem Schutzstatus ein fester Bestandteil unserer Planung wird.“